Samstag, 21. Dezember 2019

Am Arzt vorbei geht auch ein Weg

Wenn sich eine Professorin für Frauenheilkunde, Medizinische Genetik und Psychotherapie und eine mehrfache Bestsellerautorin für ein gemeinsames Buchprojekt zusammen tun, tönt dies sehr vielversprechend. Und das Buch von Prof. Jael Backe und Alexandra Reinwarth erfüllt die Erwartungen. Die beiden Frauen zeige Wege der Selbstheilung auf und integrieren in ihrem Buch auf leicht verständliche Art und Weise neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxistauglichen Tipps für Laien. Sie liefern beispielsweise auch einige hilfreiche Checklisten, wie beispielsweise die nachfolgenden zehn Indizien für Quacksalberei aus dem Kapitel "Ist legitim, was hilft? - das Esoterik-Problem":

- Quacksalberei kommt nur selten schrullig daher und beruft sich oft auf wissenschaftliche Quellen
- Quacksalber erzählen oft, dass die meisten Krankheiten ernährungsbedingt sind und durch Nahrungsergänzungsmittel geheilt werden können.
- Oft sind Anekdoten, Empfehlungen und Referenzen erfunden oder die Wunderheilungen beruhen darauf, dass die meisten einmalig auftretenden Krankheiten im Laufe der Zeit von allein verschwinden
- Quacksalber verwenden oft pseudomedizinische Begriffe wie "entgiften", "chemisch ins Gleichgewicht bringen" oder  "nervliche Energie"
- Quacksalber sind oft Anhänger von paranoiden Verschwörungstheorien
- Quacksalber verfügen oft über superwirksame "Geheimkuren", die jedoch geheim gehalten werden.
- Kräutermedizin ist längst nicht immer sanft, natürlich und nebenwirkungsfrei
- Oft wird ein Produkt angepriesen, das für eine Vielzahl von völlig unterschiedlichen Krankheiten wirken soll. So ein Allheilmittel oder eine Wunderkur gegen jede Krankheit gibt es aber nicht.
- Quacksalber fordern oft auf "selber zu denken" und  nicht den Erkenntnissen der Wissenschaft zu trauen
- Oft nützen Quacksalber die Verzweiflung von Patienten aus und machen unrealistische Heilsversprechen.

Das Buch ist voller konkreter Tipps, die man in der Übersicht gleich im Inhaltsverzeichnis entnehmen kann. Einen Blick ins Buch kriegt man hier.

Toll finde ich auch die vielen Fussnoten zu wissenschaftlichen Publikationen oder Bücher, auf die sich die aufgeführten Tipps oder die beschriebenen Sachverhalte beziehen. So kann man sich immer an der Originalquelle selber informieren. Auch Fachbegriffe werden in diesen Fussnoten leicht verständlich erklärt.

Das Buch beinhaltet derart viele gute Tips und konkrete Ratschläge, dass es eigentlich in jedes Büchergestell gehört, von wo man es möglichst regelmässig immer wieder hervorholen und lesen sollte!

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