Mittwoch, 2. Juli 2014
Montag, 23. Juni 2014
Dialog zwischen Bauch und Gehirn
In der aktuellen Ausgabe von Globe, dem Magazin der ETH Zürich kann man nachlesen, wie Forscher die Zusammenarbeit zwischen Bauch- und Kopfhirn untersuchen: Kappten Forscher bei Ratten bestimmte Nervenstränge, die vom Bauch zum Gehirn führten, konnte das Gehirn keine Infos mehr vom Bauch erhalten. Die betroffenen Ratten zeigten in den Versuchen ein anderes Verhalten (sie waren weniger ängstlich). Somit konnten die Forscher der ETH erstmals zeigen, dass "das gezielte Unterbrechen des Signalwegs vom Bauch ins Gehirn komplexe Verhaltensmuster verändert".
In der aktuellen Ausgabe von Globe, dem Magazin der ETH Zürich kann man nachlesen, wie Forscher die Zusammenarbeit zwischen Bauch- und Kopfhirn untersuchen: Kappten Forscher bei Ratten bestimmte Nervenstränge, die vom Bauch zum Gehirn führten, konnte das Gehirn keine Infos mehr vom Bauch erhalten. Die betroffenen Ratten zeigten in den Versuchen ein anderes Verhalten (sie waren weniger ängstlich). Somit konnten die Forscher der ETH erstmals zeigen, dass "das gezielte Unterbrechen des Signalwegs vom Bauch ins Gehirn komplexe Verhaltensmuster verändert".
Hier der link zu weiteren Infos: https://www.ethz.ch/content/main/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2014/05/der-bauch-redet-mit.html
Sehr interessant ist, dass das Bauchhirn offenbar sowohl für das "ungute Gefühl" (sprich Angst) als auch für Lernprozesse zuständig ist. In ihren Experimenten konnten die Forscher nachweisen, dass Ratten bei denen die Kommunikation zwischen Bauch- und Kopfhirn gekappt wurde, länger brauchten, um sich auf eine veränderte Situation anzupassen, sprich um umzulernen.
In einem Konditionierungsexperiment lernten die Ratten, einen neutralen akustischen Reiz – einen Ton – mit einer unangenehmen Erfahrung zu verbinden. Dabei schien der Bauch-Gehirn-Signalweg keine Rolle zu spielen, und die Versuchstiere lernten ebenso wie die Kontrolltiere, den Ton mit negativen Folgen zu assoziieren. Stellten die Forschenden jedoch von einem negativen auf einen neutralen Reiz um, brauchten die Ratten ohne «Bauchgefühl» deutlich länger, den Ton mit der neuen, nun neutralen Situation zu assoziieren.In einem Konditionierungsexperiment lernten die Ratten, einen neutralen akustischen Reiz – einen Ton – mit einer unangenehmen Erfahrung zu verbinden. Dabei schien der Bauch-Gehirn-Signalweg keine Rolle zu spielen, und die Versuchstiere lernten ebenso wie die Kontrolltiere, den Ton mit negativen Folgen zu assoziieren. Stellten die Forschenden jedoch von einem negativen auf einen neutralen Reiz um, brauchten die Ratten ohne «Bauchgefühl» deutlich länger, den Ton mit der neuen, nun neutralen Situation zu assoziieren.In einem Konditionierungsexperiment lernten die Ratten, einen neutralen akustischen Reiz – einen Ton – mit einer unangenehmen Erfahrung zu verbinden. Dabei schien der Bauch-Gehirn-Signalweg keine Rolle zu spielen, und die Versuchstiere lernten ebenso wie die Kontrolltiere, den Ton mit negativen Folgen zu assoziieren. Stellten die Forschenden jedoch von einem negativen auf einen neutralen Reiz um, brauchten die Ratten ohne «Bauchgefühl» deutlich länger, den Ton mit der neuen, nun neutralen Situation zu assoziierDer Vagus-Nerv ist einer der wesentlichen Kommunikationswege zwischen Bauch und Hirn. Und bei Dauerstress ist es ausgerechnet dieser 10. Hirnnerv, der in seiner Aktivität unterdrückt wird. Ob wohl deswegen dauer-gestresste Leute eher ängstlich und unflexibel sind?
Montag, 19. Mai 2014
Frauenheilbuch
Von einer meiner Studentinnen bekam ich den Tip, dass die Ärztin Heide Fischer ein ganz tolles Heilbuch speziell für Frauen geschrieben habe:
Ihr gut verständliches und absolut empfehlenswertes Buch beschreibt die Ursachen von verschiedenen typischen "Frauenleiden" und ist gespickt mit vielen praktischen (und gut umsetzbaren) Rezepten und Gesundheitstips.
Mir gefällt sehr gut, was Sie auf S. 131 über Gesundheit und Heilung schreibt: "Heilung oder Gesundheit hängen davon ab, dass eine Krankheit oder ein Problem seinen Sinn enthüllt, dass wir das Geschenk finden können, das darin verborgen ist." Hier zitiert Fischer Susun Weed und auf der gleichen Seite steht auch ein tolles Zitat von E. Städter-Friedmann & S. Ahrens-Engemann:
"Krankheit entsteht da, wo wir vergessen haben, wer wir sind. So ist der Weg zur Gesundheit ein Wiedererinnern, Wiederfinden unseres eigentlichen Selbst. Heilen ist ein Prozess des Erinnerns."
Auf den nachfolgenden Seiten beschreibt Fischer die körperorientierte Visualisierungsarbeit von Angelika Koppe. Diese Methode scheint mir einleuchtend, denn sie fördert die Selbstheilungskräfte, indem sie
- als erstes darauf abzielt, wieder auf die Sprache des Körpers zu hören und ihr zu vertrauen, dann
- zweitens erkennen hilft, welche Gewohnheiten oder Lebensumstände die Krankheit aufrechterhalten und
- drittens die innere Weisheit zu Worte kommen lässt, um gesundheitsförderliche Schritte im Alltag zu entwerfen
Diese Methode will ich unbedingt genauer studieren, denn es scheint mir ungemein wichtig, dass hier der Fokus auf der Alltagstauglichkeit (anstatt auf grossen Ansprüchen) liegt. So gelten denn auch drei Motti:
- Eigen-Diagnose - Worum geht es hier eigentlich?
- Eigen-Verantwortung - Was genau fördert die Krankheit?
- Erste Heilungsschritte finden - Wie kann ich die Wünsche und Bedürfnisse des Körpers im Alltag beantworten? (S. 135)
Mittwoch, 7. Mai 2014
Burnout-Lüge
"Die Wiener Gynäkologin, Ärztin für Psychosomatik und Psychotherapeutin bezeichnet das Ausgebranntsein als eine "Erfindung einer Gesellschaft", die sich eigentlich ihren wahren Problemen stellen müsste. Sie sieht Burnout-Patienten als Vorreiter eines Systemcrashs. Im Laufe ihrer Berufslaufbahn habe sie eine "Burnout-Explosion" erlebt."
(Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Die-grosse-Burnout-Luege-oder-Was-uns-wirklich-schwaecht;art114,1239782)
Oben genannte Ärztin heisst Martina Leibovici-Mühlberger und hat ein Buch unter dem Titel "Die Burnout-Lüge" verfasst. In der Zeitschrift "Donna" vom Mai 2014 kann man ein Interview mit Leibovici lesen.
Leibovici nimmt Unternehmer in Schutz, wenn Sie feststellt, dass wir alle den Unternehmern und dem hohen Druck am Arbeitsplatz die Schuld in die Schuhe schieben. "Mal im Ernst, es gibt heute Tausende Arbeitsschutzauflagen, die Firmen erfüllen müssen, so gut war das noch nie organisiert. Im Vergleich zu früheren Generationen ist die Belastung eine recht geringe."
Auf die Frage, worin Leibovici denn den wahren Grund für einen Burnout sehe, antwortet sie: "Eine ganz wesentliche Ursache liegt darin, materiellen Erfolg mit Lebenserfolg gleichzusetzen. [...] Das heisst, man suggeriert uns materielle Ziele, an die eine Glücksversprechung geknüpft ist. [...] Und dann erreichen wir irgendwann all diese Dinge - und das Glück bleibt trotzdem aus. [...] Wir stellen fahrlässig hintenan, was uns wirklich zum Menschen macht. Unser Leben als Beziehungswesen. Und das ruhige, selbst gestaltete Sein."
Leibovici ist davon überzeugt, dass wir unbedingt wieder vermehrt für die Arbeit - und nicht für die exzessive Freizeitgestaltung leben sollten. Für sie ist "Sinnbefüllung" absolut wesentlich. "In der Therapie zeigen wir, dass man vieles von dem, was angeblich unverzichtbar ist, wegstreichen kann, damit wieder Raum frei wird. Oft geht's um eine neue Bescheidenheit. Das läuft zwar der Konsumideologie der Gesellschaft entgegen, aber ich sehe häufig, dass es die Menschen glücklicher macht." Um das zu erreichen, empfiehlt sie "Love, Work, Pray", womit sie auf das tiefe Bedürfnis des Menschen nach glücklichen Beziehungen, sinnvolle Arbeit, Erkenntnis und Spiritualität abzielt. Als praktische Empfehlung gibt sie den Tip der Achtsamkeit: "Wir fahren meist mit einem viel zu hohen Tempo durch unsere Tage. Durch bewusste Achtsamkeit nehmen Sie den Fuss etwas vom Gas. Versuchen Sie zum Beispiel mal, eine Viertelstunde nichts weiter zu tun, als bewusst zu schauen."
Als logische Konsequenz für die Wichtigkeit des Sinnes stellt Leibovici fest, dass man halt gehen müsse, wenn man in einer Struktur arbeite, die keinen Sinn vermittelt. Das tönt für mich sehr logisch und einfach, ist aber wohl in der Praxis oft nur schwer umzusetzen, weil sich viele (zu Recht) vor den wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen eines solchen Schrittes fürchten. Ich glaube, wir sollten viel eher versuchen, den Sinn in den alltäglichen kleinen grossen Wundern unseres (Berufs-)Lebens zu suchen und zu finden. Wenn wir es schaffen, uns täglich über die Um- und Mitwelt staunend zu freuen, laufen wir wohl kaum Gefahr, direkt in eine Sinnkrise zu rennen. Schliesslich zeigen auch quantenphysikalische Experimente: Es gibt keine objektive Wirklichkeit, und somit ist etwas auch nicht einfach "gut" oder "schlecht", sondern wird zu dem, als das wir es betrachten...
(Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Die-grosse-Burnout-Luege-oder-Was-uns-wirklich-schwaecht;art114,1239782)
Oben genannte Ärztin heisst Martina Leibovici-Mühlberger und hat ein Buch unter dem Titel "Die Burnout-Lüge" verfasst. In der Zeitschrift "Donna" vom Mai 2014 kann man ein Interview mit Leibovici lesen.
Leibovici nimmt Unternehmer in Schutz, wenn Sie feststellt, dass wir alle den Unternehmern und dem hohen Druck am Arbeitsplatz die Schuld in die Schuhe schieben. "Mal im Ernst, es gibt heute Tausende Arbeitsschutzauflagen, die Firmen erfüllen müssen, so gut war das noch nie organisiert. Im Vergleich zu früheren Generationen ist die Belastung eine recht geringe."
Auf die Frage, worin Leibovici denn den wahren Grund für einen Burnout sehe, antwortet sie: "Eine ganz wesentliche Ursache liegt darin, materiellen Erfolg mit Lebenserfolg gleichzusetzen. [...] Das heisst, man suggeriert uns materielle Ziele, an die eine Glücksversprechung geknüpft ist. [...] Und dann erreichen wir irgendwann all diese Dinge - und das Glück bleibt trotzdem aus. [...] Wir stellen fahrlässig hintenan, was uns wirklich zum Menschen macht. Unser Leben als Beziehungswesen. Und das ruhige, selbst gestaltete Sein."
Leibovici ist davon überzeugt, dass wir unbedingt wieder vermehrt für die Arbeit - und nicht für die exzessive Freizeitgestaltung leben sollten. Für sie ist "Sinnbefüllung" absolut wesentlich. "In der Therapie zeigen wir, dass man vieles von dem, was angeblich unverzichtbar ist, wegstreichen kann, damit wieder Raum frei wird. Oft geht's um eine neue Bescheidenheit. Das läuft zwar der Konsumideologie der Gesellschaft entgegen, aber ich sehe häufig, dass es die Menschen glücklicher macht." Um das zu erreichen, empfiehlt sie "Love, Work, Pray", womit sie auf das tiefe Bedürfnis des Menschen nach glücklichen Beziehungen, sinnvolle Arbeit, Erkenntnis und Spiritualität abzielt. Als praktische Empfehlung gibt sie den Tip der Achtsamkeit: "Wir fahren meist mit einem viel zu hohen Tempo durch unsere Tage. Durch bewusste Achtsamkeit nehmen Sie den Fuss etwas vom Gas. Versuchen Sie zum Beispiel mal, eine Viertelstunde nichts weiter zu tun, als bewusst zu schauen."
Als logische Konsequenz für die Wichtigkeit des Sinnes stellt Leibovici fest, dass man halt gehen müsse, wenn man in einer Struktur arbeite, die keinen Sinn vermittelt. Das tönt für mich sehr logisch und einfach, ist aber wohl in der Praxis oft nur schwer umzusetzen, weil sich viele (zu Recht) vor den wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen eines solchen Schrittes fürchten. Ich glaube, wir sollten viel eher versuchen, den Sinn in den alltäglichen kleinen grossen Wundern unseres (Berufs-)Lebens zu suchen und zu finden. Wenn wir es schaffen, uns täglich über die Um- und Mitwelt staunend zu freuen, laufen wir wohl kaum Gefahr, direkt in eine Sinnkrise zu rennen. Schliesslich zeigen auch quantenphysikalische Experimente: Es gibt keine objektive Wirklichkeit, und somit ist etwas auch nicht einfach "gut" oder "schlecht", sondern wird zu dem, als das wir es betrachten...
Dienstag, 29. April 2014
Grüntee ist gut fürs Gedächtnis
Green tea extract boosts your brain power, especially the working memory, new research shows -- ScienceDaily
Obiger link führt zu einem Artikel über eine Studie, welche Prof. Christoph Beglinger (Universittsspital Basel) sowie Prof. Stefan Borgwardt (Psychiatrische Uniklinik) über den Zusammenhang von Grüntee und Gehirnfunktion gemacht haben.
Männliche (ich frage mich, wieso keine weiblichen) Versuchsteilnehmer erhielten einen Drink mit einigen Gramm Grüntee-Extrakt, bevor sie Gedächtnisaufgaben lösten. Das MRI, welches die Forscher währenddessen machten, zeigte, dass der Parietal- und der Frontalbereich des Gehirns besser miteinander arbeiteten und verbunden waren. Borgwardt sagt, dass dieser Befund darauf schliessen lasse, dass Grüntee die synaptische Plastizität kurze Zeit vergrössere. Die Probanden zeigten nach Grüntee-Einnahme jedenfalls eine bessere Denkleistung.
Hier ein link der Uni Basel zum Thema:
http://www.unibas.ch/unibas_print.cfm?uuid=3B0406F996516AA7C4F27E7FD2CE0DC7&ShowFullText=1
Obiger link führt zu einem Artikel über eine Studie, welche Prof. Christoph Beglinger (Universittsspital Basel) sowie Prof. Stefan Borgwardt (Psychiatrische Uniklinik) über den Zusammenhang von Grüntee und Gehirnfunktion gemacht haben.
Männliche (ich frage mich, wieso keine weiblichen) Versuchsteilnehmer erhielten einen Drink mit einigen Gramm Grüntee-Extrakt, bevor sie Gedächtnisaufgaben lösten. Das MRI, welches die Forscher währenddessen machten, zeigte, dass der Parietal- und der Frontalbereich des Gehirns besser miteinander arbeiteten und verbunden waren. Borgwardt sagt, dass dieser Befund darauf schliessen lasse, dass Grüntee die synaptische Plastizität kurze Zeit vergrössere. Die Probanden zeigten nach Grüntee-Einnahme jedenfalls eine bessere Denkleistung.
Hier ein link der Uni Basel zum Thema:
http://www.unibas.ch/unibas_print.cfm?uuid=3B0406F996516AA7C4F27E7FD2CE0DC7&ShowFullText=1
Dienstag, 15. April 2014
Wundermittel im Kopf
"Die Befunde der Wissenschaftler lassen keinen Zweifel: Egal ob kranke Menschen Arzneimittel nehmen, sich operieren lassen oder einfach mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten reden - jede medizinische oder psychologische Zuwendung ist angetan, Selbstheilungskräfte des Körpers freizusetzen. Die menschliche Vorstellungskraft, so der Turiner Benedetti, könne im Körper "Mechanismen in Gang bringen, die jenen ähneln, die von Arzneimitteln aktiviert werden"."
"An den Signalen des Positronenemissionstomografen können die Forscher ablesen, wie sich körpereigene Schmerzmittel (Endorphine) an die Rezeptoren im Gehirn binden. Reine Suggestion führt folglich zu einer biochemischen Antwort im Gehirn - wodurch die Pein der Probanden messbar nachlässt. "Die Erwartungshaltung", sagt Zubieta, "bewirkt reale Veränderungen im Körper."
Ein anderer Forscher, der die Macht der Suggestion im Gehirn dingfest machen konnte, ist Fabrizio Benedetti von der Universität Turin. Er und seine Kollegen haben Menschen untersucht, die an Schüttellähmung (Parkinson) erkrankt sind. Bei diesem Leiden ist die Aktivität der Nervenzellen in einem bestimmten Hirnareal krankhaft erhöht, den Betroffenen zittern die Hände. Dottore Benedetti verabreichte einigen seiner Patienten eine Kochsalzlösung - versicherte ihnen aber, es handle sich um eine wirkmächtige Arznei.
Und siehe da: Dermaßen waren die Kranken von dem Heilsversprechen beeindruckt, dass sich ihre allzu nervöse Gehirnregion entspannte. Die Neuronen feuerten merklich weniger, wie Messungen an einzelnen Nervenzellen offenbarten. Und in dem Maße, in dem sich das Neuronengewitter abschwächte, schwand auch das Tattern der Patienten."
Weiter später kann man lesen: "Enorm ist der Einfluss des Placebo-Effekts in der gesamten Medizin, wie groß genau, das lässt sich schwer beziffern. Bei den meisten Erkrankungen, schätzt der amerikanische Kardiologe Brian Olshansky, "trägt Placebo zu 30 bis 40 Prozent zum Nutzen der medizinischen Maßnahmen bei"."
Dieser Artikel ist echt lesenswert und enthält viele Informationen darüber, wie unser Bewusstsein auch völlig subversiv beeinflusst werden:
Bei der einen Gruppe wurden positive Begriffe wie "weise", "belesen" und "kultiviert" eingeblendet, bei der anderen negative Stereotype wie "verwirrt", "senil" und "hinfällig". Ergebnis: Die negativ manipulierten Menschen schnitten in dem Rechentest deutlich schlechter ab. Überdies war ihr Blutdruck erhöht, und sie zeigten Anzeichen von nervösem Schweiß. Das bedeutet: Unterschwellige Verunglimpfung verschlechtert die Körperphysiologie."
Sonntag, 13. April 2014
Das Karma in unserem Erbgut
Unter diesem vielversprechenden Titel publizierte die NZZ am Sonntag heute einen Artikel zur Epigenetik. Mich freut's, wenn man lesen kann: "Wie du dein Leben verbringst, beeinflusst nicht nur deine eigene Gesundheit, sondern auch die deiner Kinder und Kindeskinder."
Und hier das Ende des Artikels im O-Ton: "Das gilt einerseits für negative Erlebnisse. Spector erwähnt Versuche an Ratten, die früh von ihren Müttern getrennt wurden und ohne deren Streicheleinheiten aufwachsen mussten. Sie zeugten Nachkommen, die sich auch zwei Generationen später ängstlicher als ihre Artgenossen verhielten. Schlechtes epigenetisches Karma ist auch bei Menschen nachgewiesen worden, etwa in der berühmten Studie über die Nachkommen von niederländischen Frauen, die 1944 während des «Hungerwinters» schwanger waren: Deren Kinder und – in einem geringeren Ausmass – sogar deren Enkelkinder erkranken überdurchschnittlich häufig an Diabetes und Schizophrenie.
Doch andererseits hinterlassen auch positive Erlebnisse ihre Spuren im Erbgut. Die eigenen Kinder solle man möglichst oft liebkosen und herzen, auf dass sie epigenetisch auf ein mehr von der Liebe und weniger von der Angst geleitetes Leben eingeschworen werden, rät Spector seinem Publikum. Und er fügt hinzu: «Das werden sie brauchen, wenn sie sich um uns kümmern müssen, wenn wir alt und inkontinent sind.»
Hier kann man Tim Spector an einem Vortrag am Kings College in London "in action" erleben - faszinierend!
Und hier das Ende des Artikels im O-Ton: "Das gilt einerseits für negative Erlebnisse. Spector erwähnt Versuche an Ratten, die früh von ihren Müttern getrennt wurden und ohne deren Streicheleinheiten aufwachsen mussten. Sie zeugten Nachkommen, die sich auch zwei Generationen später ängstlicher als ihre Artgenossen verhielten. Schlechtes epigenetisches Karma ist auch bei Menschen nachgewiesen worden, etwa in der berühmten Studie über die Nachkommen von niederländischen Frauen, die 1944 während des «Hungerwinters» schwanger waren: Deren Kinder und – in einem geringeren Ausmass – sogar deren Enkelkinder erkranken überdurchschnittlich häufig an Diabetes und Schizophrenie.
Doch andererseits hinterlassen auch positive Erlebnisse ihre Spuren im Erbgut. Die eigenen Kinder solle man möglichst oft liebkosen und herzen, auf dass sie epigenetisch auf ein mehr von der Liebe und weniger von der Angst geleitetes Leben eingeschworen werden, rät Spector seinem Publikum. Und er fügt hinzu: «Das werden sie brauchen, wenn sie sich um uns kümmern müssen, wenn wir alt und inkontinent sind.»
Hier kann man Tim Spector an einem Vortrag am Kings College in London "in action" erleben - faszinierend!
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