Der promovierte Philosoph und Physiker Eduared Kaeser ist als Lehrer, freier Publizist und Jazzmusiker tätig. Im Spektrum Wissenschaft ist gestern von ihm eine lesenswerte Kollumne über die Entmaterialisierung der Physik erschienen:
https://www.spektrum.de/kolumne/die-entmaterialisierung-der-materie-geht-zu-weit/1621496?utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=kolumne
Sehr lesenswert sind übrigens auch die Kommentare dazu!
Und jetzt habe jeder den Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und entweder die irritierenden Widersprüche auszuhalten oder eine eigene Antwort darauf zu finden.
Freitag, 8. Februar 2019
Samstag, 26. Januar 2019
Der Urzeit-Code
Das Buch von Luc Bürgin steht schon seit einigen Jahren in meinem Bücherregal - gelesen habe ich es erst jetzt...
Der Herausgeber der Zeitschrift mysteries und erfolgreiche Journalist beschreibt in seinem Buch die Entdeckung der beiden Ciba-Geigy-Forscher Guido Ebner und Heinz Schürch. Die beiden forschten in den 1980er Jahren im Auftrag der Ciba-Geigy mit elektrostatischen Feldern. Konkret untersuchten sie die Wirkung, die solche Felder auf keimende Samen hatten. Die Resultate waren erstaunlich: Wurden die Samen in einem bestimmten Stadium der Keimung unter bestimmten Bedingungen dem sogenannten statischen E-Feld ausgesetzt, entwickelten sie sich später zu viel grösseren, urtümlichen Formen. Dieser Effekt konnte auch mit Fischeiern nachgewiesen werden: aus den im Elektrofeld "behandelten" Eiern entwickelten sich viel grössere Forellen-Formen, welche urtümliche Merkmale (z.B: Lachshaken oder rötliche Kiemenfärbung) zeigten. Die beiden Forscher konnten auch Weizen herstellen, der ohne Düngungsmittel viel üppiger wuchs als der "moderne" Zuchtweizen. Mais, den sie im E-Feld "behandelten" wuchs mit bis zu sechs Kolben - im Gegensatz zu 1-3 Kolben des "normalen" Mais.
Infolge von Restrukturierungsmassnahmen (und vermutlich auch wegen handfester wirtschaftlicher Interessen) wurde die Forschung der beiden jedoch abgesetzt. Da die beiden in der Wirtschaft forschten, publizierten sie ihre Ergebnisse nie in wissenschaftlichen Papers, was wohl auch zum Vergessen dieser Arbeit und zu einer Nicht-Beachtung in der Wissenschaftswelt geführt hat. Immerhin hat gemäss Bürgin ein gewisser Axel Schoen in seiner Diplomarbeit zum Biologen die Versuche von Ebner und Schürch reproduziert ("Auswirkungen elektrostatischer Felder auf das Keimverhalten und die Ontogenie verschiedener Getreidearten", Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, 2001).
Spannend finde ich die Tatsache, dass bereits vor 30 Jahren gezeigt werden konnte, dass statische E-Felder lebendige Organismen in ihrer Entwicklung beeinflussen. Es werden im Buch auch Parallelen zu Sheldrakes morphogenetischen Feldern gezogen und Hinweise auf die Epigenetik gemacht. Allerdings muss man sich bei der Lektüre des Buches aus dem Jahr 2007 bewusst sein, dass damals das Wissen um Quantenbiologie und Epigenetik noch in den Kinderschuhen steckte. In den Zeiten der Forschungen von Ebner und Schürch konnten noch gar keine Erklärungen der gefundenen Phänomene in dieser Richtung abgegeben werden...
Obwohl das Buch also eigentlich "veraltet" ist, finde ich es lesenswert und habe einige Zitate gefunden, die mir sehr gefallen. So wird Guido Ebner auf S. 141 wie folgt zitiert: "Die Natur funktioniert als Ganzes und weiss nichts von unseren willkürlichen Einteilungen in wissenschaftliche Disziplinen wie Chemie, Physik oder Biologie. Die Natur kümmert sich nicht darum, ob wir sie verstehen oder nicht. Sie tut dennoch, was sie tut." Auch Ebners Söhne kommen im Buch zu Worte. Sein Sohn Daniel wird auf S. 191 wie folgt zitiert: "Die Natur in ihrer Gesamtheit stellt letztendlich nicht ein statisch indifferenziertes, sondern ein dynamisch aktives, sich entwickelndes Wesen dar."
Ein ausführliches Interview mit Daniel Ebner gibt es übrigens hier: https://www.youtube.com/watch?v=vUfOiW0_bZ0
Daniel Ebner hat sogar mobile E-Feld-Boxen entwickelt, mittels derer jeder Hobbygärtner Samen "behandeln" kann, um ebenfalls im Garten Urpflanzen zu züchten. Ich werde es trotzdem nicht tun.. Was mich aber schon fasziniert, sind die Hinweise, dass elektromagnetische und elektrische Felder offensichtlich eine viel stärkere Interaktion mit lebendem Material zeigen, als wir annehmen. Doch das Buch macht auch klar: Selbst wenn diese Beeinflussungen nachweisbar sind (was sie nur unter ganz bestimmten Bedingungen sind) - erklärbar sind sie noch lange nicht. Professor Gunter Rothe vom Institut für Allgemeine Botanik der Universität Mainz sagt jedenfalls: "Die Ergebnisse der Schweizer Kollegen Ebner und Schürch weisen meiner Meinung nach sehr deutlich darauf hin, dass Merkmale in Organismen aus einem Schwingungssystem heraus entstehen. [...] An den zweiten Teil aber - diesen Schwingungs- und Quantenaspekt - müssen wir uns noch mühsam herantasten. Dazu braucht es noch ganz andere Experimente."
Meine Meinung dazu aus heutiger Sicht: Obwohl man heute die 1:1-Übersetzung der Erbinformation in Proteine gut versteht, hat man nur eine vage Idee, wie die DNA mit E-Feldern wechselwirkt.
Die Gesellschaft für Forschung auf biophysikalischen Grenzgebieten GFBG widmet sich der Forschung in diesen Bereichen. Für Interessierte gibt es die gute Homepage GFBG
Bekannt ist auch das Phänomen der Berührungsmorphogenese: Je öfter ein Mensch eine Pflanze berührt, desto kleiner wird sie. Menschen haben an ihrer Oberfläche ebenfalls ein elektrisches Feld, über welches ebenfalls Informationen ausgetauscht werden (z.B. bei der Massage oder beim Streicheln eines einschlafenden Kindes). Wanger führt aus, dass über solche "Feld-Interaktionen" Informationen ausgetauscht werden.
Donnerstag, 18. Oktober 2018
Gesundheit ist kein Zufall
Das neueste Buch von Peter Spork (http://www.peter-spork.de/103-0-Gesundheit-ist-kein-Zufall.html) bezeichnet die faz als "Eines der sechs wichtigsten Bücher der Saison" und übertreibt damit nicht :-).
Auf rund 375 Seiten erklärt Spork gut verständlich, wie das Leben unsere Gene prägt, zeigt die neuesten Erkenntnisse der Epigenetik auf und legt dar, wieso Gesundheit ein Generationenprojekt ist. Bereits in der Einleitung findet Spork eine sehr treffende Definition von Gesundheit: "Gesundheit ist die Anpassungsfähigkeit von Körper und Geist an eine sich stets wandelnde, nicht selten bedrohliche und angriffslustige Umwelt. [...] Sie ist ein Prozess, ein Kontinuum. Gesundheit ist die aktive Leistung eines Organismus." Spork liefert auf S. 65 auch gleich die derzeit gängige "Methusalem-Formel" für ein langes, gesundes Leben: "niemals rauchen, wenig Alkohol trinken, sehr regelmässig ziemlich viel bewegen, immer nur in Massen, abwechslungsreich und möglichst frische Waren essen, ausreichend schlafen, sich keinen extremen dauerhaften psychischen Belastungen aussetzen."
Gemäss Spork steuert das Epigenom unsere Gesundheit viel stärker als die Gene, die wir von unseren Eltern geerbt haben: "Ob wir krank werden oder nicht, ob wir frühzeitig altern oder lange fit bleiben, darüber entscheidet sehr viel mehr die übergeordnete Ebene: die grösstenteils durch die wandelbare epigenetische Umgebung der DNA geprägte, bleibende Steuerung der Aktivierbarkeit der Gene in den beteiligten Zellen und Organen. Diese wirkt nicht selten auf Tausende von Genen gleichzeitig. Sie reguliert - ausgelöst durch den Lebenssil und andere Umwelteinflüsse sowie unterstützt durch generationsüberschreitende Prozesse - auf breiter Front solche Gene herauf oder herunter, die uns entweder gesund erhalten oder krank machen" (S. 70/71)
Mit zunehmendem Alter nimmt die Methylierung der DNA ab, was bedeutet, dass mehr Gene aktivierbar sind. Der kalifornische Biostatistiker Steve Horvath hat aufgrund dieser Tatsache 2011 mit Kollegen einen Speicheltest veröffentlicht, mit dem sich das Alter einer unbekannten Person auf 5 Jahre genau ermitteln lässt (epigenetische Uhr). Inzwischen hat er seinen Algorithmus auf eine Genauigkeit von 3.6 Jahren verbessert. Interessant: Bei Krebszellen stellte Horvath fest, dass ihre epigenetischen Uhren im Mittel 36 Jahre älter erscheinen, als sie tatsächlich sind. Dies zeigt, wie stark beschleunigt Krebszellen "ticken"...! (S. 88 - 92)
Das Buch beschreibt viele Studienresultate, die auf eindrückliche Art und Weise zeigen, wie unser Erbgut nicht nur während der Schwangerschaft, nach der Geburt und während den ersten Lebensmonaten, sondern auch (und das klingt jetzt fast etwas science-fiction-mässig!) bereits VOR der Empfängnis beeinflusst wird! Die Forscherin Isabelle Mansuy forscht dazu in Zürich: Sie und ihre Kollegen haben epigenetische Veränderungen traumatisierter Mäusemännchen aus deren Spermien entnommen und in Eizellen gespritzt, die zuvor von nicht-gestressten Männchen befruchtet worden waren. "Später zeigte sich: Obwohl weder beide Eltern noch die Kinder je ein Trauma erlebt hatten, verhielten sich die Kinder ähnlich wie die traumatisierten Mäusemännchen, von denen sie lediglich die RNAs geerbt hatten." (S. 149/150)
Ein weiteres Beispiel: "Unlängst fanden Forscher heraus, dass bei einer künstlichen Befruchtung bereits die Art der Nährlösung, in der der Keim in einer Petrischale auf die Einnistung vorbereitet wird, über die Zukunft des Babys mit entscheidet. Je nach Zusammensetzung der Nährlösung werden die Kinder früher oder später geboren und haben im Mittel ein unterschiedliches Geburtsgewicht." (S. 154/155)
Spork Buch zeigt auf gut verständliche Art und Weise die faszinierenden neuesten Erkenntnisse der Epigenetik auf. Für nicht so Biologieversierte gibt es ein 13-seitiges Glossar und für alle Interessierten ein ausführliches Studien- und Literaturverzeichnis ("Anmerkungen") für weitere eigene Recherchen. Das Tollste finde ich aber fast die Tatsache, dass Spork niemals "missioniert": So zeigt er im Schlusswort klar, dass auch das vermeintlich "Ungesunde" gut sein kann, wenn man sich damit belohnt (Motto: sich zwischendurch genussvoll Schokolade zu gönnen ist völlig in Ordnung). Sporks Buch zeigt sehr gut auf, dass wir durch unseren Lebensstil bestimmte Programme in unseren Zellen abrufen und so auch die Möglichkeit haben, das Optimum aus unseren genetischen Möglichkeiten zu holen.
Auf rund 375 Seiten erklärt Spork gut verständlich, wie das Leben unsere Gene prägt, zeigt die neuesten Erkenntnisse der Epigenetik auf und legt dar, wieso Gesundheit ein Generationenprojekt ist. Bereits in der Einleitung findet Spork eine sehr treffende Definition von Gesundheit: "Gesundheit ist die Anpassungsfähigkeit von Körper und Geist an eine sich stets wandelnde, nicht selten bedrohliche und angriffslustige Umwelt. [...] Sie ist ein Prozess, ein Kontinuum. Gesundheit ist die aktive Leistung eines Organismus." Spork liefert auf S. 65 auch gleich die derzeit gängige "Methusalem-Formel" für ein langes, gesundes Leben: "niemals rauchen, wenig Alkohol trinken, sehr regelmässig ziemlich viel bewegen, immer nur in Massen, abwechslungsreich und möglichst frische Waren essen, ausreichend schlafen, sich keinen extremen dauerhaften psychischen Belastungen aussetzen."
Gemäss Spork steuert das Epigenom unsere Gesundheit viel stärker als die Gene, die wir von unseren Eltern geerbt haben: "Ob wir krank werden oder nicht, ob wir frühzeitig altern oder lange fit bleiben, darüber entscheidet sehr viel mehr die übergeordnete Ebene: die grösstenteils durch die wandelbare epigenetische Umgebung der DNA geprägte, bleibende Steuerung der Aktivierbarkeit der Gene in den beteiligten Zellen und Organen. Diese wirkt nicht selten auf Tausende von Genen gleichzeitig. Sie reguliert - ausgelöst durch den Lebenssil und andere Umwelteinflüsse sowie unterstützt durch generationsüberschreitende Prozesse - auf breiter Front solche Gene herauf oder herunter, die uns entweder gesund erhalten oder krank machen" (S. 70/71)
Mit zunehmendem Alter nimmt die Methylierung der DNA ab, was bedeutet, dass mehr Gene aktivierbar sind. Der kalifornische Biostatistiker Steve Horvath hat aufgrund dieser Tatsache 2011 mit Kollegen einen Speicheltest veröffentlicht, mit dem sich das Alter einer unbekannten Person auf 5 Jahre genau ermitteln lässt (epigenetische Uhr). Inzwischen hat er seinen Algorithmus auf eine Genauigkeit von 3.6 Jahren verbessert. Interessant: Bei Krebszellen stellte Horvath fest, dass ihre epigenetischen Uhren im Mittel 36 Jahre älter erscheinen, als sie tatsächlich sind. Dies zeigt, wie stark beschleunigt Krebszellen "ticken"...! (S. 88 - 92)
Das Buch beschreibt viele Studienresultate, die auf eindrückliche Art und Weise zeigen, wie unser Erbgut nicht nur während der Schwangerschaft, nach der Geburt und während den ersten Lebensmonaten, sondern auch (und das klingt jetzt fast etwas science-fiction-mässig!) bereits VOR der Empfängnis beeinflusst wird! Die Forscherin Isabelle Mansuy forscht dazu in Zürich: Sie und ihre Kollegen haben epigenetische Veränderungen traumatisierter Mäusemännchen aus deren Spermien entnommen und in Eizellen gespritzt, die zuvor von nicht-gestressten Männchen befruchtet worden waren. "Später zeigte sich: Obwohl weder beide Eltern noch die Kinder je ein Trauma erlebt hatten, verhielten sich die Kinder ähnlich wie die traumatisierten Mäusemännchen, von denen sie lediglich die RNAs geerbt hatten." (S. 149/150)
Ein weiteres Beispiel: "Unlängst fanden Forscher heraus, dass bei einer künstlichen Befruchtung bereits die Art der Nährlösung, in der der Keim in einer Petrischale auf die Einnistung vorbereitet wird, über die Zukunft des Babys mit entscheidet. Je nach Zusammensetzung der Nährlösung werden die Kinder früher oder später geboren und haben im Mittel ein unterschiedliches Geburtsgewicht." (S. 154/155)
Spork Buch zeigt auf gut verständliche Art und Weise die faszinierenden neuesten Erkenntnisse der Epigenetik auf. Für nicht so Biologieversierte gibt es ein 13-seitiges Glossar und für alle Interessierten ein ausführliches Studien- und Literaturverzeichnis ("Anmerkungen") für weitere eigene Recherchen. Das Tollste finde ich aber fast die Tatsache, dass Spork niemals "missioniert": So zeigt er im Schlusswort klar, dass auch das vermeintlich "Ungesunde" gut sein kann, wenn man sich damit belohnt (Motto: sich zwischendurch genussvoll Schokolade zu gönnen ist völlig in Ordnung). Sporks Buch zeigt sehr gut auf, dass wir durch unseren Lebensstil bestimmte Programme in unseren Zellen abrufen und so auch die Möglichkeit haben, das Optimum aus unseren genetischen Möglichkeiten zu holen.
Sonntag, 7. Oktober 2018
Übersäuerung - Mythos oder Wirklichkeit?
Übersäuerung ist ein Lieblingsthema vieler Naturheilmethoden und dahinter steht ein mächtiger Markt an Nahrungsergänzungsmitteln, die es aber eigentlich gar nicht braucht. Wären wir wirklich übersäuert, ginge es uns derart schlecht, dass wir im Spital lägen und nicht mehr in der Lage wären, uns selber mit Basenpulver zu kurieren. Von einer Übersäuerung (= metabolische Azidose) spricht man in der Schulmedizin dann, wenn der Blut-pH unter 7.35 fällt. Dieser Befund kann lebensgefährlich sein und zeigt sich in Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Hyperventilation, Herzrhythmusstörungen und niedrigem Blutdruck.
Damit dies nicht passiert, hat unser Blut als eine wichtige Eigenschaft die Fähigkeit, den pH-Wert konstant bei 7.4 zu halten. Weicht er um mehr als 0.05 Einheiten ab, spricht man von einer Azidose (pH tiefer als 7.35), resp. einer Alkalose (pH höher als 7.45). Der pH-Wert variiert je nach Stoffwechsellage unseres Körpers und diese wiederum hängt von unserer Nahrung ab. Damit der pH-Wert trotz unserer (Fehl-)Ernährung in sehr engen Grenzen konstant bleibt, verfügt unser Blut über ein ausgeklügeltes Puffersystem:
Erklärungen dazu gibt es bei der Quelle der obigen Abbildung: http://biorama.s3-website-eu-west-1.amazonaws.com/biblio/b50chem/k06saba/saba130.htm
Betrachtet man obige Darstellung, wird einem eigentlich klar, dass wir durch Stoffwechselprozesse entstehende überschüssige "Säuren" via Niere ausscheiden, wodurch unser Urin sauer wird. Das ist also eine ganz natürliche Reaktion unseres Körpers, um unseren Blut-pH konstant zu halten. Auch via Lunge atmen wir überschüssiges Kohlendioxid ab, das im Rahmen dieser Blutpufferung anfällt (deshalb zeigen Azidose-Patienten die typische forcierte "Kussmaul-Atmung").
Was wir essen, beeinflusst natürlich via Stoffwechselprozesse die Bildung von mehr oder weniger Säuren. Diese Säuren gehen dann ins Blut, wo sie via Puffersysteme neuralisiert werden, damit der Blut pH kontant bei 7.4 bleibt. Via Blutgefässen und feinsten Kapillaren gelangen die Nährstoffe des Blutes bekanntlicherweise zu den Zellen. Da der Blut-pH dabei immer kontant bleibt, ist es mir schleierhaft, wie gleichzeitig Säuren in die Zellen oder den Interzellularraum gelangen sollen. Genau dies wird aber immer wieder propagiert und damit wir uns "entsäuern" können, sollen wir teure Basenpulver und sonstige Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Wenn wir unser Blutpuffer-System nicht allzu arg stressen wollen, reicht es, auf eine gesunde Ernährung zu achten, genügend zu trinken und uns ausreichend zu bewegen.
Zudem frage ich mich: Wenn ich dieses teuer gekaufte Basenpulver esse, gelangt es ja als erstes in den extrem sauren Magen - da dürfte die basische Wirkung sofort neutralisiert werden, respektive dem sauren Magenmilieu eher schaden als nutzen. Unser Magen soll aber so sauer sein wie er ist, damit 1. die Nahrung desinfiziert wird und 2. Eiweisse denaturiert werden. Wenn wir da jetzt Basenpulver reinschütten, ist das doch einfach nur schade...
"Um einer metabolischen Azidose durch eine passende Prophylaxe aus dem Weg zu gehen, sollten die Risikogruppen mit einer entsprechenden Vorerkrankung täglich eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zu sich nehmen und sich körperlich aktiv bewegen."
Quelle: https://medlexi.de/Metabolische_Azidose
Ausserdem können wir unser Blutpuffer-System etwas schonen, wenn unsere Ernährung weniger Säure-bildende Lebensmittel (z. B. Fleisch, Käse, Milch, Eier und Süßigkeiten) beziehungsweise mehr Basen-spendende Lebensmittel (Gemüse und Obst) enthält.
Zu den im obigen Zitat erwähnten Risikogruppen zählen Diabetes-Patienten, Menschen mit Asthma bronchiale und Menschen mit Nierenfunktionsstörungen.
Im Körper gibt es übrigens noch weitere wichtige pH-Werte, die alle mehr oder weniger konstant sind: So ist z.B. die Haut leicht sauer (pH 5.4), unser Magen extrem sauer (pH 1-2) und Gallen- sowie Bauchspeicheldrüsensaft sind leicht basisch (pH ca. 8). Das Wunderbare an diesen Werten ist, dass sie unser Körper selber durch homöostatische Prozesse konstant halten kann - auch ganz ohne Basenpulver. Fazit: Obwohl es praktisch nicht möglich ist, mittels Fehlernährung in eine metabolische Azidose zu laufen (vorausgesetzt, Nieren- und Lugenfunktion sind nicht eingeschränkt) können wir unseren Körper dennoch unterstützen, indem wir viel basenbildendes Obst und Gemüse und weniger säurenbildende tierische Produkte und Süssigkeiten essen. Wenn wir Letzteres tun, reagiert unser Körper einerseits mit der vermehrten Ausscheidung der Säuren und andererseits mit der vermehrten Produktion von Cortisol. Und damit zeigt er deutlich, dass wir ihn stressen!
Einen guten Artikel zum Thema kann man hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kann-der-koerper-uebersaeuern-mythos-oder-medizin-a-1095119.html
Damit dies nicht passiert, hat unser Blut als eine wichtige Eigenschaft die Fähigkeit, den pH-Wert konstant bei 7.4 zu halten. Weicht er um mehr als 0.05 Einheiten ab, spricht man von einer Azidose (pH tiefer als 7.35), resp. einer Alkalose (pH höher als 7.45). Der pH-Wert variiert je nach Stoffwechsellage unseres Körpers und diese wiederum hängt von unserer Nahrung ab. Damit der pH-Wert trotz unserer (Fehl-)Ernährung in sehr engen Grenzen konstant bleibt, verfügt unser Blut über ein ausgeklügeltes Puffersystem:
Erklärungen dazu gibt es bei der Quelle der obigen Abbildung: http://biorama.s3-website-eu-west-1.amazonaws.com/biblio/b50chem/k06saba/saba130.htm
Betrachtet man obige Darstellung, wird einem eigentlich klar, dass wir durch Stoffwechselprozesse entstehende überschüssige "Säuren" via Niere ausscheiden, wodurch unser Urin sauer wird. Das ist also eine ganz natürliche Reaktion unseres Körpers, um unseren Blut-pH konstant zu halten. Auch via Lunge atmen wir überschüssiges Kohlendioxid ab, das im Rahmen dieser Blutpufferung anfällt (deshalb zeigen Azidose-Patienten die typische forcierte "Kussmaul-Atmung").
Was wir essen, beeinflusst natürlich via Stoffwechselprozesse die Bildung von mehr oder weniger Säuren. Diese Säuren gehen dann ins Blut, wo sie via Puffersysteme neuralisiert werden, damit der Blut pH kontant bei 7.4 bleibt. Via Blutgefässen und feinsten Kapillaren gelangen die Nährstoffe des Blutes bekanntlicherweise zu den Zellen. Da der Blut-pH dabei immer kontant bleibt, ist es mir schleierhaft, wie gleichzeitig Säuren in die Zellen oder den Interzellularraum gelangen sollen. Genau dies wird aber immer wieder propagiert und damit wir uns "entsäuern" können, sollen wir teure Basenpulver und sonstige Nahrungsergänzungsmittel kaufen. Wenn wir unser Blutpuffer-System nicht allzu arg stressen wollen, reicht es, auf eine gesunde Ernährung zu achten, genügend zu trinken und uns ausreichend zu bewegen.
Zudem frage ich mich: Wenn ich dieses teuer gekaufte Basenpulver esse, gelangt es ja als erstes in den extrem sauren Magen - da dürfte die basische Wirkung sofort neutralisiert werden, respektive dem sauren Magenmilieu eher schaden als nutzen. Unser Magen soll aber so sauer sein wie er ist, damit 1. die Nahrung desinfiziert wird und 2. Eiweisse denaturiert werden. Wenn wir da jetzt Basenpulver reinschütten, ist das doch einfach nur schade...
"Um einer metabolischen Azidose durch eine passende Prophylaxe aus dem Weg zu gehen, sollten die Risikogruppen mit einer entsprechenden Vorerkrankung täglich eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zu sich nehmen und sich körperlich aktiv bewegen."
Quelle: https://medlexi.de/Metabolische_Azidose
Ausserdem können wir unser Blutpuffer-System etwas schonen, wenn unsere Ernährung weniger Säure-bildende Lebensmittel (z. B. Fleisch, Käse, Milch, Eier und Süßigkeiten) beziehungsweise mehr Basen-spendende Lebensmittel (Gemüse und Obst) enthält.
Zu den im obigen Zitat erwähnten Risikogruppen zählen Diabetes-Patienten, Menschen mit Asthma bronchiale und Menschen mit Nierenfunktionsstörungen.
Im Körper gibt es übrigens noch weitere wichtige pH-Werte, die alle mehr oder weniger konstant sind: So ist z.B. die Haut leicht sauer (pH 5.4), unser Magen extrem sauer (pH 1-2) und Gallen- sowie Bauchspeicheldrüsensaft sind leicht basisch (pH ca. 8). Das Wunderbare an diesen Werten ist, dass sie unser Körper selber durch homöostatische Prozesse konstant halten kann - auch ganz ohne Basenpulver. Fazit: Obwohl es praktisch nicht möglich ist, mittels Fehlernährung in eine metabolische Azidose zu laufen (vorausgesetzt, Nieren- und Lugenfunktion sind nicht eingeschränkt) können wir unseren Körper dennoch unterstützen, indem wir viel basenbildendes Obst und Gemüse und weniger säurenbildende tierische Produkte und Süssigkeiten essen. Wenn wir Letzteres tun, reagiert unser Körper einerseits mit der vermehrten Ausscheidung der Säuren und andererseits mit der vermehrten Produktion von Cortisol. Und damit zeigt er deutlich, dass wir ihn stressen!
Einen guten Artikel zum Thema kann man hier nachlesen:
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kann-der-koerper-uebersaeuern-mythos-oder-medizin-a-1095119.html
WUNDERbares Buch!
In seinem Buch "Wunder wirken Wunder" schafft Eckart von Hirschhausen auf äusserst amüsante und unterhaltsame Art und Weise die Gratwanderung zwischen Schul- und Alternativmedizin.
http://www.hirschhausen.com/buecher/wunder-wirken-wunder.php
Das Buch liest sich sehr gut und kann problemlos als (Ferien-)Lektüre empfohlen werden. Es verfügt über amüsante Bilder, witzige Fotos und liebevolle Details (z.B. den kleinen Zauberpinguin, der sich unten rechts durchs ganze Buch bewegt und auch als "Daumenkino" animiert werden kann).
Hirschhausen schreibt zwar sehr unterhaltsam, doch was er schreibt, hat Hand und Fuss! Gleich schon zu Beginn schreibt er in seiner Einführung, dass es ihm nicht gelingen wird, den Streit zwischen Schul- und Alternativmedizin zu schlichten (obwohl dies sein anfängliches, ehrgeiziges Ziel war). "Ich bin den Streit zwischen Schul- und Alternativmedizin leid, die in endlosen Grabenkämpfen viel Energie verlieren und es dem Patientn schwermachen, sich in den verschiedenen Welten gut zurechtzufinden. Ich möchte erklären, wie mann 'wirksam' von 'unwirksam' unterscheiden kann, warum das machbar ist, aber oft nicht gemacht wird. Und ich möchte Ihnen erläutern, dass den grössten Hebel für Ihre Gesundheit Sie selbst in der Hand haben." (S. 13/14). Dies gelingt Hirschhausen vortrefflich!
In seinem Buch entlarvt Hirschhausen Philippinische Wunderheiler, zeigt auf, wie kinesiologische Muskeltests funktionieren und zieht mit einem Augenzwinkern und deutlichen Worten über Homöopathie ("Wenn man wissenschaftlich korrekt vorgeht, beruht die Wirkung der Homöopathie nicht auf spezifischen Eigenschaften der Globuli, sondern auf dem Drumherum.") und Bioresonanz her. Aber auch mit der Schulmedizin geht er hart ins Gericht und sagt klar, dass man viele unnötige Operationen und nutzlose Behandlungen anbietet, anstatt sich Zeit für ein echtes Gespräch zu nehmen.
Entspannend ist auch seine Aussage "Selbstverantwortung ist wichtig, Selbstkasteiung braucht niemand.". Er distanziert sich ganz klar von der Haltung vieler alternativen Heilmethoden, wonach wir die Verantwortung für unsere Krankheiten zu übernehmen haben: "Es gibt weder eine Krebs- noch eine Herzinfarktpersönlichkeit. [...] Der Einfluss der Psyche wurde überschätzt, und das ist eine grosse Erleichterung, die sich herumsprechen sollte." Allerdings schreibt er etwas weiter unten: "Bei einer der häufigsten Erkrankungen, den unspezifischen Rückenschmerzen, spielt in den allermeisten Fällen die Psyche eine grosse Rolle."
Ausserordentlich gut gefällt mir seine Aussage in der Mitte des Buches (S. 250): "Ein echtes Wunder wäre es, wenn wir aufhören würden, unseren Körper als Feind zu betrachten und ständig gegen etwas zu kämpfen. Gegen Falten, gegen graue Haare, gegen Kilos. Sobald wir mit der Selbstzerstörung aufhören, beginnt die Selbstheilung."
Hirschhausens Buch ist wirklich ein Wunderwerk, das man immer wieder zur Hand nehmen und in dem man immer wieder nachlesen kann. Es gibt darin auch handfeste Tips und im Alltag gut umsetzbare Ratschläge. Und letztlich ist das Buch selber auch Medizin, weil es einen immer wieder zum Lachen bringt!
Im letzten Kapitel schreibt Hirschhausen: "Der Gesundheitsmarkt ist eben keine reine Wissenschaft, sondern immer auch Unterhaltungsindustrie. Aber die 'Show' der Mediziner, ihre Fähigkeit zu spüren, was wer braucht, all das ist in den letzten 100 Jahren ignoriert worden, mit dem Ergebnis einer tiefen Krise des Vertrauens in die Wissenschaft bei gleichzeitiger Überbehandlung und Flucht in die Alternativmedizin." (S. 487)
http://www.hirschhausen.com/buecher/wunder-wirken-wunder.php
Das Buch liest sich sehr gut und kann problemlos als (Ferien-)Lektüre empfohlen werden. Es verfügt über amüsante Bilder, witzige Fotos und liebevolle Details (z.B. den kleinen Zauberpinguin, der sich unten rechts durchs ganze Buch bewegt und auch als "Daumenkino" animiert werden kann).
Hirschhausen schreibt zwar sehr unterhaltsam, doch was er schreibt, hat Hand und Fuss! Gleich schon zu Beginn schreibt er in seiner Einführung, dass es ihm nicht gelingen wird, den Streit zwischen Schul- und Alternativmedizin zu schlichten (obwohl dies sein anfängliches, ehrgeiziges Ziel war). "Ich bin den Streit zwischen Schul- und Alternativmedizin leid, die in endlosen Grabenkämpfen viel Energie verlieren und es dem Patientn schwermachen, sich in den verschiedenen Welten gut zurechtzufinden. Ich möchte erklären, wie mann 'wirksam' von 'unwirksam' unterscheiden kann, warum das machbar ist, aber oft nicht gemacht wird. Und ich möchte Ihnen erläutern, dass den grössten Hebel für Ihre Gesundheit Sie selbst in der Hand haben." (S. 13/14). Dies gelingt Hirschhausen vortrefflich!
In seinem Buch entlarvt Hirschhausen Philippinische Wunderheiler, zeigt auf, wie kinesiologische Muskeltests funktionieren und zieht mit einem Augenzwinkern und deutlichen Worten über Homöopathie ("Wenn man wissenschaftlich korrekt vorgeht, beruht die Wirkung der Homöopathie nicht auf spezifischen Eigenschaften der Globuli, sondern auf dem Drumherum.") und Bioresonanz her. Aber auch mit der Schulmedizin geht er hart ins Gericht und sagt klar, dass man viele unnötige Operationen und nutzlose Behandlungen anbietet, anstatt sich Zeit für ein echtes Gespräch zu nehmen.
Entspannend ist auch seine Aussage "Selbstverantwortung ist wichtig, Selbstkasteiung braucht niemand.". Er distanziert sich ganz klar von der Haltung vieler alternativen Heilmethoden, wonach wir die Verantwortung für unsere Krankheiten zu übernehmen haben: "Es gibt weder eine Krebs- noch eine Herzinfarktpersönlichkeit. [...] Der Einfluss der Psyche wurde überschätzt, und das ist eine grosse Erleichterung, die sich herumsprechen sollte." Allerdings schreibt er etwas weiter unten: "Bei einer der häufigsten Erkrankungen, den unspezifischen Rückenschmerzen, spielt in den allermeisten Fällen die Psyche eine grosse Rolle."
Ausserordentlich gut gefällt mir seine Aussage in der Mitte des Buches (S. 250): "Ein echtes Wunder wäre es, wenn wir aufhören würden, unseren Körper als Feind zu betrachten und ständig gegen etwas zu kämpfen. Gegen Falten, gegen graue Haare, gegen Kilos. Sobald wir mit der Selbstzerstörung aufhören, beginnt die Selbstheilung."
Hirschhausens Buch ist wirklich ein Wunderwerk, das man immer wieder zur Hand nehmen und in dem man immer wieder nachlesen kann. Es gibt darin auch handfeste Tips und im Alltag gut umsetzbare Ratschläge. Und letztlich ist das Buch selber auch Medizin, weil es einen immer wieder zum Lachen bringt!
Im letzten Kapitel schreibt Hirschhausen: "Der Gesundheitsmarkt ist eben keine reine Wissenschaft, sondern immer auch Unterhaltungsindustrie. Aber die 'Show' der Mediziner, ihre Fähigkeit zu spüren, was wer braucht, all das ist in den letzten 100 Jahren ignoriert worden, mit dem Ergebnis einer tiefen Krise des Vertrauens in die Wissenschaft bei gleichzeitiger Überbehandlung und Flucht in die Alternativmedizin." (S. 487)
Sonntag, 20. Mai 2018
Wasserkissen im menschlichen Körper
Unter dem Titel "Forscher sichten seltsame Wasserkissen im Körper" erschien am 14.5.2018 ein Artikel von Alan Niederer in der NZZ. Der Artikel zeigt, dass Bindegewebe eben nicht nur aus Kollagen- und Elastinfasern mit dazwischen liegenden Bindegewebszellen besteht, sondern dass es auch noch viele flüssigkeitsgefüllte Hohlräume aufweist. Dass man diese Wasserkissen bisher noch nie gesehen habe unter dem Mikroskop habe damit zu tun, dass man Bindegewebe für die mikroskopische Untersuchung mit Chemikalien fixiert und dann in dünne Scheiben schneitet, wodurch genau diese Wasserhohlräume kollabieren und deshalb nicht mehr sichtbar seien.
Quelle der Abbildung: hier
In der NZZ kann man Folgendes nachlesen: "Wie so oft in der Medizin ist der Irrtum per Zufall entdeckt worden. Ärzte vom Mount Sinai Beth Israel Hospital in New York führten bei einem Patienten eine Untersuchung des Gallengangs durch. Sie verwendeten dafür eine spezielle Art der Endoskopie (konfokale Laser-Endomikroskopie). Damit kann das Gewebe wie unter dem Mikroskop betrachtet werden – und das beim lebenden Patienten. Bei dieser Untersuchung erblickten die erfahrenen Ärzte in den tieferen Schichten des Gallengangs etwas, was sie noch nie zuvor gesehen hatten: eine Ansammlung von miteinander verbundenen Höhlen.
Um das Rätsel zu lösen, zogen sie einen Pathologen bei. Dieser fertigte aus dem Biopsiematerial Feinschnitte für die konventionelle Mikroskopie an: Das Höhlensystem war jetzt nicht mehr sichtbar. Doch mit dem Endoskopie-Befund im Kopf konnten die Wissenschafter auch im fixierten Präparat die kollabierten, zuvor flüssigkeitsgefüllten Kompartimente erkennen. Dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, zeigten weitere Untersuchungen bei anderen Personen. Demnach ist das auf Wasser basierende Anti-Schock-System überall im Körper vorhanden – unter der Haut genauso wie entlang des Magen-Darm-Trakts oder in der Lunge."
Link zur Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5869738/
In der NZZ kann man Folgendes nachlesen: "Wie so oft in der Medizin ist der Irrtum per Zufall entdeckt worden. Ärzte vom Mount Sinai Beth Israel Hospital in New York führten bei einem Patienten eine Untersuchung des Gallengangs durch. Sie verwendeten dafür eine spezielle Art der Endoskopie (konfokale Laser-Endomikroskopie). Damit kann das Gewebe wie unter dem Mikroskop betrachtet werden – und das beim lebenden Patienten. Bei dieser Untersuchung erblickten die erfahrenen Ärzte in den tieferen Schichten des Gallengangs etwas, was sie noch nie zuvor gesehen hatten: eine Ansammlung von miteinander verbundenen Höhlen.
Um das Rätsel zu lösen, zogen sie einen Pathologen bei. Dieser fertigte aus dem Biopsiematerial Feinschnitte für die konventionelle Mikroskopie an: Das Höhlensystem war jetzt nicht mehr sichtbar. Doch mit dem Endoskopie-Befund im Kopf konnten die Wissenschafter auch im fixierten Präparat die kollabierten, zuvor flüssigkeitsgefüllten Kompartimente erkennen. Dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, zeigten weitere Untersuchungen bei anderen Personen. Demnach ist das auf Wasser basierende Anti-Schock-System überall im Körper vorhanden – unter der Haut genauso wie entlang des Magen-Darm-Trakts oder in der Lunge."
Link zur Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5869738/
Dienstag, 13. März 2018
Heilung aus der Mitte
Die langjährige Chefredakeurin der deutschen naturheilkundlichen Zeitschrift "Natur und Heilen" hat verschiedene Interviews zum Thema Heilung in einem inspirierenden Buch gesammelt, welches im Juli 2017 in 4. Auflage beim Verlag Driediger erschienen ist. Die verschiedenen Interviews teilt sie in 6 Bereiche ein. Auf rund 430 Seiten kann man verschiedene Herangehensweisen und Aspekte zum Theme "Heilung" in sehr gut lesbarer Sprache kennenlernen. Zur Vertiefung führt sie verschiedene Bücher in einem Anhang an. Da die einzelnen Interviews recht kurz sind, eignet sich das Buch auch sehr gut für Zwischendurch, denn man kann sich problemlos mit jedem Interview einzeln befassen ohne den Gesamtkontext zu vermissen.Im Buch kommen die 7 schamanischen Prinzipien der Heilung aus der Huna-Philosophie ebenso zur Sprache wie Heilung durch Tanz oder durch Kunsttherapie. So entsteht ein vielfältiges Bild des Heilungsprozesses, meist jedoch aus dem Erfahrungs- und nicht so sehr aus dem Wissenschaftshintergrund.
Was sich - auf verschiedene Art und Weise erfahren und ausgedrückt - durch das Buch hindurch zieht, kann ein Zitat auf S. 358 gut ausdrücken: "Alles ist mit allem dynamisch verbunden. Nicht in einem mechanistischen Teile-Denken, sondern erst in der Beachtung der dynamischen Interaktion des Ganzen offenbaren sich Ordnungsimpulse, die heilenden Impulse also. Nicht in einem statischen Plan, sondern in der verbindenden Bewegung selbst liegt das Geheimnis der Homöostase." Dynamik, Flexibilität, Loslassen sind also wichtige Faktoren, die zur Heilung beitragen. Die Wege, die uns aus unserer Alltäglichen Starrheit in diesen "Fluss" führen, sind vermutlich ebenso vielfältig und individuell wie wir es sind.
Für den zweiten gemeinsamen Nenner der verschiedenen "Heilwege" möchte ich gerne eine Stelle aus S. 369 zitieren: "Um sich heilen zu können, muss man die Energie im Körper durch Meditation und höhere Emotionen wie Dankbarkeit, Liebe oder Freude anheben. Zehn Minuten Dankbarkeit am Tag reichen aus, um das Immunsystem anzuregen, seine Arbeit zu vollbringen. [...] Wir sollten uns nicht darauf konzentrieren, negative Emotionen zu vermeiden, sondern vielmehr darauf, bewusst die aus dem Herzen kommenden positiven Emotionen zu pflegen: Freude, Begeisterung, Vertrauen, Wertschätzung, Dankbarkeit". Dieser Satz spricht mir sehr aus dem Herzen! Mittlerweile ist das Wissen um diese Zusammenhänge auch in der naturwissenschaftlichen Forschung etabliert: Der Zusammenhang zwischen dem Immunsystem und unseren Emotionen untersucht die Psychoneuroimmunologie.
Auch wenn aus der überwältigenden Mehrheit der verschiedenen Interviews klar wird, dass die Liebe letztendlich die stärkste heilende Kraft ist, erachte ich es doch als wichtig, dass das Buch auch konkrete Wege für diejenigen aufzeigt, die nicht "einfach so" lieben können oder Liebe erfahren dürfen.
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